ZUR PAPST – FRANZISKUS – FORMEL

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Hat dieser Papst eine Methode?

Hat dieser Papst eine Methode, mit der er die Welt und die Kirche bewegt? Dem Jesuiten Bischof in Rom sollten wir jedenfalls zutrauen, dass hinter seinem leichtfüssigen Tun und Reden viel Arbeit und vor allem auch Methode steckt. Stöbert man in seinem Wirken und in seinen Werken, so leuchten vier Prinzipien auf, die er selber nennt und ausdrücklich in seinen Texte einflechtet.

“Die Zeit ist mehr wert als der Raum”, so steht es in all seinen vier grossen Schreiben (Lumen fidei 57; Evangelii gaudium, 217; Laudato si’,178;  Amoris laetitia, 3). Von der Zeit sagt er, dass sie der Bote Gottes sei. Zu gut weiss Bergoglio, dass alles kommt und (ver-)geht. Die Räume, die wir in unserer Zeit gestalten,  werden dem kontinuierlichen Sog der Zeit nicht widerstehen. Und dennoch kommen wir nicht umhin, unser Leben im Raum je und je zu zeitigen. Der Raum-Zeit-Zusammenhang spannt den Horizont für unser Dasein.

Das erste grosse Prinzip führt uns diese bipolare Spannung vor Augen. Mit jedem Leader teilt der Papst das Anliegen: Wie bringe ich um der Zukunft willen Bewegung in die gefestigten Raum-Zeit-Strukturen als Ausdruck vergangener Leistungen? Die uralte Formel, mit der er die Spannung zugunsten der Zeit erhöht, steht bereits im apokryphen Evangelium der Wahrheit.

Die in ihren jeweiligen Gedankenfestungen gefangenen Kardinäle,Prälaten und Laien hat Papst Franziskus am Ende der Synode über die Familie damit überrascht, dass er den Raum der Synode offen für die Zeit liess. Er verkündete, dass das geplante Ende, nicht der Wahrheit letzter Schluss sein könne und lud ein, “weiter” zu denken. Ein Leader leitet Prozesse ein und er bestimmt, wann sie zu Ende sind. Manche Klima- und Weltgipfel kommen nur deshalb zu einem Ergebnis, weil es eine letzte Minute gibt, auch wenn diese bisweilen um Stunden oder Tage verschoben werden muss.

Fortsetzung folgt:

Teil 1 von 4

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